Der 13. Mond und Ishtar
Die Zeit ist da, zum Innehalten. Draußen wird es kälter, dunkler, nebliger. Das Holz sollte für den Winter fertig sein, der Garten geerntet und konserviert. Noch finden wir Äpfel auf den Streuobstwiesen, die Bäume schenken uns ihre Früchte. Und der Wald. Auch er will uns ernähren. Genug für eine leckere Pilzpfanne mit Semmelknödel!
Ich merke wie ich ruhiger werde. In mich kehre. Mich konzentriere auf das Wesentliche. Was hat der vergangene Sommer gebracht? Was möchte nun reifen und transformieren? Was blüht nochmal auf wie die letzten warmen Tage?
Ich freue mich auf die langen Abende, Zeit um zu orakeln, den Glühwein zu genießen und in der Begegnung mit Freunden oder Familie die Dunkelheit zu füllen.
Und schon fühlt es sich an wie die Vorbereitung auf die Wiederkehr des Lichts….. und ich meine damit nicht die ersten gefüllten Regale mit Weihnachtswaren.
Der 13. Mond
Dieses Jahr „gibt“ es einen 13. Mond, dieses Jahr hat er SEINEN Raum, nicht wie oft nur zwischendrin. Bisher habe ich die Monde von Beltaine zu Beltaine gerechnet. Nach der großartigen Luisa Francia. Ihr Bücher begleiten mich seit über 20 Jahren und waren oftmals die einzige Quelle für mich hin zu den Wurzeln meiner Weiblichkeit. Sie half mir, zu erkennen, zu erfahren. Meine weiblichen Quellen anzuzapfen. Dafür sei ihr gedankt!
Salome – eine Tempel-Priesterin der Ishtar
Luisa Francia ordnet dem Mond die Energie Salomes zu. Salome war eine von drei Tempelpriesterin am Hof von Herodes (um 73 v. Chr). Die Mythen um sie symbolisieren für mich den Wechsel vom alten Glauben an die große Göttin, hin zu dem Glauben an den einen großen Gott. Der Übergang, wo Avalon im Nebel versinkt.
Sie war eine von drei Hohepriesterinnen des Tammuz-Ishtar-Kultes. Ihr legendärer Schleiertanz war die Darstellung vom Tod des Königs, seines Abstieges in die Unterwelt und seine Errettung durch die Göttin. Sieben Schleier für sieben Pforten in den Tempel Jeru-Salem.
Salome verköperte die Ishtar als Tempel-Hure. Das Wort „Hure“ nicht in den uns heutigen Begrifflichkeiten zu werten ist nicht einfach.
Ishtar war als große Göttin HAR die Mutter aller Huren. Zu „ihrer“ Zeit war der Harem ein Frauentempel und Heiligtum. Prostitution im Sinne von sinnlicher Magie „milderte das Benehmen der Männer“ und so sagte Ishtar: „Eine barmherzige Prostituierte bin ich.“ Prostituierte nahmen einen hohen gesellschaftlichen Stellenwert ein, genossen hervorragende Bildung und wurden ab und an sogar Königinnen. Sogar die Sufis erkannten: „In der Vagina des Weibes liegt Heilung.“
Und was hat das nun alles mit uns, mit dem 13. Mond zu tun? Sofort fällt mir ein: der 13. Mond liegt im Nebel, nur alle paar Sonnenjahre hat er Raum. Die 13. Fee bringt den Tod, oder eben den 100 jährigen Schlaf. Freitag der 13. ist angeblich ein Unglückstag. Und genau so ergeht es der weiblichen Sexualität. Sie ist solange geduldet, wie sie den Mann befriedet. Da sind wir zwar scheinbar noch im selben Space wie zu Ishtars Zeiten. Der Unterschied: Damals waren die Frauen mit ihrer Lust autark. Sie hatten ihren eigenen Tempel und waren nicht im Schlafzimmer des Ehemannes „eingesperrt“.
Ich weiß verehrte Leser, zumindest in Deutschland können sich Frauen seit 1976 von ihrem Ehemann scheiden lassen, ohne das dieser sich etwas zu Schulde hat kommen lassen. Aber wie sieht es in unseren Köpfen aus? Was halten wir von einer Frau, die ihre Lust lebt und sich nicht an einen Partner/Partnerin bindet oder oft wechselt?
Für mich bringt die 13. Mondenergie den Fokus auf meine noch im Nebel liegenden Schattenanteile. Wo unterdrücke ich die Lebendigkeit? In mir und anderen? Eine Spurensuche auf den Schlangenpfaden…..